Lebensmittel

Wann ist die perfekte Zeit zum Essen?

„Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann“ – so lautet ein altes Sprichwort. Doch was ist dran an dieser Weisheit? Gibt es wirklich die ideale Uhrzeit für Frühstück, Mittag oder Abendessen? Im folgenden Beitrag dreht sich alles um die Frage, zu welchen Tageszeiten wir unsere Mahlzeiten am besten zu uns nehmen sollten.

Essen – egal zu welcher Tageszeit?

Wann ist die perfekte Essenszeit?

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Das Wichtigste vorweg: Den einen idealen Tagesrhythmus, an dem jeder Mensch seine Mahlzeiten ausrichten sollte, gibt es nicht. Jeder Körper ist anders und verwertet Nahrung unterschiedlich. Wer allerdings abnehmen oder seinem Stoffwechsel etwas Gutes tun will, findet hier einige Ratschläge zur Orientierung.

Das Frühstück – die wichtigste Mahlzeit des Tages?

Frühstücken – ja oder nein? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Während die einen ohne Rührei, Brötchen, Müsli, Joghurt oder frisches Obst gar nicht erst in den Tag starten, reicht anderen  ein Schluck Orangensaft, Tee oder Kaffee. Ist es gesund, ohne Frühstück das Haus zu verlassen? Und wie wichtig ist eine ausgiebige Mahlzeit am Morgen?

Ernährungs-Experten empfehlen: Wer Gewicht verlieren möchte, sollte lernen, auf seine innere Uhr zu achten. Denn Licht und Dunkelheit steuern nicht nur unsere Schlaf- und Wachphasen, sondern auch zahlreiche Stoffwechselhormone. Sie beeinflussen, wie unser Körper mit Nahrung umgeht – und weil er diese morgens schneller verarbeitet als abends, ist es günstiger, größere Mahlzeiten in der ersten Tageshälfte zu  verzehren. Wer also kein Problem damit hat, gleich nach dem Aufstehen etwas zu essen, sollte dies auch tun. Ein gesundes Frühstück hebt den Blutzuckerspiegel an und verbessert dadurch unsere Leistungsfähigkeit.

Frühstück ist wichtig, aber kein Muss

Generell gilt aber: Niemand sollte sich zum Essen zwingen, wenn er in der Früh noch keinen Bissen herunterbringt. Frühstück ist wichtig, aber kein Muss! Frühstücksmuffel trinken morgens eine Tasse Tee oder Kaffee, und holen die Mahlzeit im Laufe des Vormittags dann einfach nach. Denn bei der Frage danach, wie eine gesunde Ernährung für jeden Einzelnen aussehen kann, sollten stets auch individuelle Vorlieben und Essensmuster berücksichtigt werden.

Warm essen – mittags oder doch lieber am Abend?

Kinder helfen gerne beim Kochen

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Vor der Arbeit schnell ein paar Löffel Müsli verdrückt und mittags ein belegtes Brötchen am Schreibtisch hinuntergeschlungen? Das kommt Ihnen sicherlich bekannt vor! Wer berufstätig ist, freut sich auf am Ende eines langen Tages auf ein üppiges Abendessen. Eine warme Mahlzeit pro Tag, das sollte schon sein – denn viele Lebensmittel sind für den Menschen im ungekochten Zustand erst gar nicht genießbar. Doch wäre es nicht gesünder, bereits mittags ausgiebig zu essen? Oder ist die warme Mahlzeit am Abend zu Unrecht als Dickmacher verschrien?

Hier lautet die Faustregel: Wer tagsüber nur leichte Mahlzeiten zu sich genommen hat, darf abends ruhig ordentlich zugreifen. Ob dabei eher kohlenhydrathaltige oder eiweißreiche Lebensmittel auf den Tisch kommen sollten, hängt ganz von Ihrem persönlichen Ernährungsmuster ab. Sie wollen Ihr Gewicht halten? Dann zählt allein die Kalorienbilanz des gesamten Tages. Wer gerne ein paar Kilos weniger auf der Waage hätte, dem raten Ernährungs-Experten allerdings, seinen Appetit in den Abendstunden deutlich zu zügeln. Denn wer einen Großteil seiner Nahrung bis zum Mittag zu sich nimmt, fühlt sich besser gesättigt, und auch der Körper tut sich mit dem Fettabbau etwas leichter.

Ideen für ein leckeres Mittagessen im Büro finden Sie übrigens hier.

Spielt die genaue Uhrzeit beim Essen eine Rolle?

Grundsätzlich gilt: Wer kein Gewichtsproblem hat, für den sind feste Ernährungs-Regeln ohnehin überflüssig. Für alle Abnehmwilligen spielt es aber tatsächlich eine Rolle, zu welcher Uhrzeit sie ihr  Essen zu sich nehmen. Ernährungs-Experten empfehlen gern, alle Hauptmahlzeiten vor 15 Uhr zu verzehren und nach 18 Uhr überhaupt nichts mehr zu essen. Der Grund: Abhängig von der Tageszeit wird die Nahrung durch bestimmte Stoffwechselhormone anders verarbeitet – je fortgeschrittener der Tag, desto eher setzt unser Essen demnach an. Ein spätes Abendessen kann sich zudem negativ auf die Produktion von Schlafhormonen auswirken.

Vier bis fünf Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten einhalten

Wichtiger noch als die Uhrzeit, zu der wir frühstücken bzw. unser Mittag – und Abendessen zu uns nehmen, ist der vier- bis fünfstündige Abstand, den wir zwischen unseren Mahlzeiten verstreichen lassen sollten. Angesichts des Überangebots von Nahrung neigen viele Menschen heute dazu, acht bis zehn Mal pro Tag zu essen. Das Problem: Durch häufiges Snacken werden die Energievorräte in unseren Körperzellen nicht vollständig verbraucht – Fettablagerungen in der Leber oder in den Gefäßen sind die Folge. Der Wechsel zwischen Hunger- und Essensphase dagegen unterstützt den Stoffwechsel und wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit aus.

Essen vor oder nach dem Sport – was ist besser?

Sollte man besser vor oder nach dem Sport essen?

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Dass zu einer gesunden Lebensweise nicht nur die optimale Ernährung, sondern auch regelmäßiges Fitness-Training zählt, ist allgemein bekannt. Doch wie ist es mit Essen und Sport – ist es besser, seine Mahlzeiten vor oder nach dem Training einzunehmen? Ein kleiner Tipp im Vorfeld: Vor dem Sport ausreichend getrunken zu haben – bevorzugt Saftschorlen oder gesüßte Tees – ist fast noch viel wichtiger! Die Nahrungsaufnahme hat dann noch  Zeit, bis Ihre Trainingseinheit hinter Ihnen liegt. Warum sollten Sie mit dem Frühstück, Mittag- oder Abendessen besser bis nach dem Sport warten? Ganz einfach: Da die Muskeln beim Training alle Energie beanspruchen, sollte die Verdauung Ihren Körper möglichst wenig belasten. Sollten Sie zu den Menschen gehören, die mit dem Sporttreiben auf nüchternen Magen ganz und gar nicht zurechtkommen, dann ist das auch kein Problem: Ein kleiner Snack ist durchaus erlaubt – essen Sie eine Viertelstunde vor Trainingsbeginn einfach ein Stück ballaststoffarmes Obst, zum Beispiel einen Pfirsich oder eine Banane.

In den zwei Stunden nach dem Sport Energiespeicher wieder auffüllen

Nach dem Sport sollten Sie dann mit dem Auffüllen Ihrer Energiespeicher nicht allzulange warten: Der Stoffwechsel ist aufgrund der Belastung noch erhöht und benötigt dringend „Futter“. In den zwei Stunden nach dem Training sind für den Körper vor allem kohlenhydrat- und proteinreiche Lebensmittel von Vorteil.