Bahlsen

Bahlsen StammhausSeit mehr als 125 Jahren ist die Firma Bahlsen weit über die Grenzen Hannovers hinaus ein Begriff, wenn es um Kekse und Gebäck geht. Die Ursprünge des Unternehmens gehen auf Hermann Bahlsen zurück, der am 1. Juli 1889 das Fabrikgeschäft engl. Cakes und Biscuits von H. Schmuckler an der Friesenstraße in Hannover übernahm und es in Hannoversche Cakesfabrik H. Bahlsen umtaufte. Der Startschuss erfolgte damals mit zehn Mitarbeitern. Bereits zwei Jahre später brachte Bahlsen den auch noch heute bestens bekannten Leibniz Cakes auf den Markt. Der Name resultiert aus der Tatsache, dass es damals gängig war, Nahrungsmittel nach bekannten Persönlichkeiten zu benennen. Bereits 1893 stieg die Zahl der Angestellten auf 100, 1905 führte Bahlsen die erste Fließförderanlage Europas ein.

1911 kreierte Hermann Bahlsen das Wort Keks und bezog mit seinem Betrieb das neue Fabrikgebäude an der Lister Straße und den Verwaltungsbau an der Podbielskistraße in Hannover. 1912 folgte die Umbenennung in H. Bahlsen Keksfabrik. Am 6. November 1919 übernahm Hans Bahlsen die Leitung von seinem verstorbenen Vater und auch dessen Brüder Werner und Klaus stiegen später in die Unternehmensführung ein. In den 1950er- und 1960er-Jahren exportierte Bahlsen dann unter anderem bis nach Amerika, gründete in den folgenden Jahren und Jahrzehnten Vertriebsgesellschaften in vielen Ländern und Werke in verschiedenen Städten. 1975 trat Werner M. Bahlsen in die Firma ein, der auch heute noch als Vorsitzender des Management Boards die Führung der Bahlsen-Gruppe verantwortet. 1993 beginnend wurde nach und nach das Snack-Geschäft vom Süß-Geschäft getrennt.

1999 fand die Trennung in die Firmen Lorenz und Bahlsen auch auf Unternehmensebene statt. Seitdem werden unter der Marke Bahlsen ausschließlich Süßgebäck und Kuchen angeboten. Im selben Jahr führte Bahlsen mit großem Erfolg den Keksriegel PiCK Up! am Markt ein, wodurch das Unternehmen viele neue und vor allem jüngere Käufer gewinnen konnte. Dies war der Auftakt einer Innovations-Offensive, unter der bis heute zahlreiche neue, auf Snacking ausgerichtete Produkte auf den Markt gebracht wurden. 2014 konnte Bahlsen sein 125-jähriges Bestehen feiern.

Bahlsen ist ein Unternehmen, das weltweit bekannt ist. Wie geht man in der heutigen Zeit mit einer so erfolgreichen Firmen-Historie um?

Bahlsen: Mehr als 90 Prozent der Deutschen kennen und mögen Bahlsen und in vielen anderen Ländern genießt die Marke Bahlsen ebenfalls eine äußerst hohe Wertschätzung. Dies bietet die besten Voraussetzungen, unseren wirtschaftlichen Erfolg national und international weiter ausbauen zu können. Wir sind stolz auf unsere Historie und unsere Werte als Familienunternehmen. Doch wir blicken vor allem nach vorne, investieren hohe Summen in Forschung und Entwicklung. Wir analysieren kontinuierlich die neuesten Verbraucher- und Ernährungsgewohnheiten. Dadurch sind wir in der Lage, in regelmäßigen Abständen innovative Produkte auf dem Markt zu bringen, die den jüngsten Trends entsprechen: beispielsweise Snack-Angebote für mobile Zielgruppen. Damit bleiben wir auch für den Handel ein hoch attraktiver Partner.

Bahlsen_Waffeletten_RoboterIn welchen Ländern unterhalten Sie Filialen und wohin liefern Sie Ihre Produkte?

Bahlsen: Bahlsen exportiert seine Produkte in über 80 Länder der Welt. Wir haben in Polen, Großbritannien, Italien, Österreich, Belgien, Luxemburg und Spanien eigene Vertriebsgesellschaften, alle anderen Länder werden durch unsere Exportgruppe betreut. Wir besitzen zudem eigene Büros in Dubai, Shanghai und East Hanover, nahe New York.

Trotzdem ist der Stammsitz des Unternehmens nach wie vor in Hannover. Warum?

Bahlsen: Wir sind ein Familienunternehmen, das seine Wurzeln in Hannover hat. Von hier aus ist es uns gelungen, zu einem weltweit bekannten und erfolgreichen Anbieter für Süßgebäck zu werden. Darauf sind wir stolz. Im Jahr 2000 haben wir unser unter Denkmalschutz stehendes Stammhaus an der Podbielskistraße 11 aufwändig umgebaut. Hinter den historischen Fassaden ist eine moderne Arbeitswelt entstanden, die den Ansprüchen eines innovativen Unternehmens ebenso gerecht wird wie unserer besonderen Unternehmenskultur.

Gibt es noch andere Aspekte der regionalen Verbundenheit?

Bahlsen: Beispiele dafür gibt es einige. Über drei Generationen hat sich die Unternehmerfamilie persönlich in Ehrenämtern und gemeinnützigen Initiativen engagiert. Werner M. Bahlsen hat die Internationale Schule Hannover mit gegründet und führt heute noch deren Aufsichtsgremium. Und seit über 25 Jahren verkaufen Bahlsen-Mitarbeiter zu Weihnachten Kekse auf dem Opernplatz, die Einnahmen werden für wohltätige Zwecke gespendet. Im sportlichen Bereich kooperieren wir mit dem Fußball-Bundesligisten Hannover 96. In dieser Saison haben wir unser Engagement noch einmal ausgebaut.

Stammen die Rohstoffe für Ihre Produkte vielleicht ebenfalls aus der Region?

Bahlsen: Soweit es möglich ist, ja. Bereits seit den 1980er-Jahren beziehen wir beispielsweise unser Weizenmehl für die deutschen Produktionsbetriebe aus der Hedwigsburger Okermühle. Das Unternehmen im Kreis Wolfenbüttel geht auf eine Wassermühle aus dem Jahr 1318 zurück und liegt inmitten eines der größten deutschen Weizenanbaugebiete. Als einzige Industriemühle in Deutschland bietet die Okermühle ausschließlich Weizenprodukte aus kontrolliertem Vertragsanbau an. 140 DLG-zertifizierte landwirtschaftliche Betriebe produzieren diesen Weizen.

Im Sortiment von Edeka Wucherpfennig befinden sich zahlreiche Produkte von Bahlsen.