Machwitz Kaffee

Machwitz1Im Jahre 1883 gründete Wilhelm Machwitz seine Firma als Erstes Danziger Konsumwarengeschäft. Machwitz machte sich durch eine hervorragende Qualität der Bohnen sowie ein spezielles Röstverfahren schnell einen guten Namen. Im Jahre 1919 eröffnete Machwitz eine Filiale in der Georgstraße in Hannover. Der Zweite Weltkrieg bedeutete dann aber einen deutlichen Einschnitt. Die Produktion kam zum Erliegen und das Geschäft wurde bei Luftangriffen zerstört. Ende der 1940er-Jahre ging es dann wieder bergauf. Walter Koch kaufte Wilhelm Machwitz die Marken- und Namensrechte ab, erhielt das Bezugsrecht für Rohkaffee und eröffnete am heutigen Firmensitz am Marstall 1948 eine Kolonialwarenhandlung. Zwei Jahre später wurde an selber Stelle mit dem Bau des neuen Firmen-Gebäudes begonnen.

2009 folgte die Eröffnung des Machwitz Cafés. Mittlerweile leiten Jörg Walter Koch und Maximilian Koch in zweiter und dritter Generation die Geschicke des Unternehmens – und produzieren nach wie vor direkt in Hannover nach dem traditionellen Trommelröstverfahren Kaffee, der nach Bio- und Fairtrade-Standards zertifiziert ist, für hervorragendes Aroma und beste Qualität steht und weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist.

Machwitz Kaffee ist ein Unternehmen, das bereits über 130 Jahre existiert. Wie geht man heute mit einer so erfolgreichen Firmen-Geschichte um?

Maximilian Koch (Geschäftsführer): Tradition muss gelebt werden und bedeutet die Weitergabe von Werten, Erfahrungen und ganz spezifischem Wissen von Generation zu Generation. Man trägt eine große Verantwortung gegenüber der Firmen- und Familiengeschichte, was aber kein Hinderungsgrund für Veränderung und Innovation bedeuten darf. Ein familiengeführtes Traditionsunternehmen kann die Flexibilität mit der Beständigkeit verbinden, um sich am Markt zu behaupten. Mich freut es immer, wenn Kunden sagen: „Den guten Machwitz Kaffee gab es schon bei meiner Oma am Sonntag.“ Denn es gibt wohl kaum ein schöneres Lob, als wenn jemand Kindheitserinnerung mit einem Produkt verbindet, das man noch heute herstellt.

Ab 1919 bestand eine Filiale in Hannover, seit 1948 ist der komplette Firmensitz hier. Wie kam es dazu?

Koch: Mein Großvater Walter Koch hat als 14-jähriger Junge eine Ausbildung in Springe in einem Lebensmittelgeschäft gemacht, in dem auch Rohkaffee gehandelt wurde. Schon damals war er von diesem Rohstoff fasziniert und wollte sich mit einer eigenen Rösterei eine Existenz aufbauen. Nach dem Krieg kam er dann in Kontakt mit Wilhelm Machwitz, von dem er die Kunst des Kaffeeröstens nach dem traditionellen Trommelröstverfahren erlernte und auch mehr über die Vielfalt des Rohkaffees erfuhr. Um nach dem Krieg Rohkaffee einkaufen zu dürfen, benötigte man von den britischen Alliierten spezielle Bezugsrechte, die nur an Personen ausgegeben wurden, die eine eingetragene Kaffeerösterei betrieben. Da Wilhelm Machwitz keine Nachkommen mehr hatte, bot sich meinem Großvater die Gelegenheit, die Marken- und Namensrechte zu übernehmen. Kurze Zeit später wurde der Firmenhauptsitz dann von Danzig nach Hannover verlegt und die Rösterei am heutigen Standort aufgebaut.

Was unterscheidet Sie von Großröstereien?

Koch: Der entscheidende Unterschied von uns zu Industrie-Großröstereien ist der, dass wir uns Zeit lassen und bei niedrigen Temperaturen von maximal 207° C unseren Kaffee für 15 bis 20 Minuten im Trommelröster rösten. Nur durch eine schonende und langsame Röstung werden die Aromen im Kaffee ideal ausgebaut und unerwünschte Gerb- und Bitterstoffe gleichzeitig abgebaut. Das Ergebnis ist ein hocharomatischer und bekömmlicher Kaffee oder Espresso. Bei Industriekaffee beträgt der Röstprozess lediglich ein bis zwei Minuten bei Temperaturen von 400 bis 500° C. Ein weiterer maßgeblicher Unterschied ist die Auswahl und Qualität des Rohkaffees und nicht zuletzt der Standort unserer Rösterei mitten in der Innenstadt und die dadurch kurzen Wege zu unseren Kunden.

Machwitz2Ihr Unternehmen hat einen klangvollen Namen. Wohin genau liefern Sie Ihre Produkte?

Koch: Unsere Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Darunter sind Gastronomie- und Hotelbetriebe, Kantinen und Büros oder auch Feinkost- und Delikatessen-Läden. Im Handel waren wir bis Mitte der 1970er-Jahre stark vertreten, mein Vater musste diesen Geschäftsbereich aber leider wegen des Preisverfalls beim Kaffee aufgeben. Umso mehr freut es uns und macht uns stolz, dass ein großer Lebensmittelhändler wie die Familie Wucherpfennig unsere Produkte bereits vor Jahren wieder in das Sortiment aufgenommen hat und unsere Kaffee- und Espresso-Spezialitäten auch in den eigenen Bäckereien ausschenkt.

Gibt es noch andere Aspekte der regionalen Verbundenheit?

Koch: Unser ganzes Unternehmen und Handeln ist auf regionale Verbundenheit ausgerichtet. Unserem Firmenstandort sind wir seit Jahrzehnten treu, wir schaffen Arbeitsplätze vor Ort, zahlen hier unsere Steuern und haben hier unsere Kunden und Geschäftsbeziehungen rund um den „Schornstein“. Der Mehrwert, den wir schaffen, bleibt der Stadt und der Region erhalten. Wir waren immer und wollen es auch weiter sein, die regionale Familienrösterei, die hier tief verwurzelt ist. Außerdem ist es für den Verbraucher ein hohes Maß an Transparenz, wenn er weiß, woher seine Produkte kommen und wer sie wie und wo verarbeitet hat.

Welche Ihrer Produkte finden die Kunden bei Edeka Wucherpfennig?

Koch: Das Machwitz Kaffee-Sortiment bei Edeka Wucherpfennig lässt keine Wünsche offen, denn wir haben hier drei verschiedene Espresso-Sorten im Angebot, eine davon in Bioqualität. Dazu kommen unsere beliebten Filterkaffees Extraklasse, Bio-Extraklasse und Milde Sorte und wer es ohne Koffein mag, für den gibt es den „Jederzeit“. Auch sortenreine Plantagen-Kaffees sind im Angebot und eignen sich besonders für den Aufguss per Handfilter. Für Tee-Liebhaber gibt es von unserem Schwesterunternehmen Tee Seeger ebenfalls eine große Auswahl.

Mehr Informationen über Kaffee Machwitz finden Sie auf www.machwitz-kaffee.de