Mashsee Brauerei GmbH & Co. KG

Mashsee01-350x233Die Idee zur Gründung einer Brauerei entstand im Sommer 2013. Auf einem Craft Beer-Fest in Berlin trafen sich Kolja Gigla und Alexander Herold und kamen ins Gespräch. Sowohl Gigla, der gelernter Brauer und Mälzer sowie Diplom-Braumeister ist, als auch Betriebswirt und Biersommelier Herold wollten sich auf dem beruflichen Sektor verändern. Fast neun Monate später gründete das Duo die Mashsee Brauerei – abgeleitet vom englischem Wort mash für Maische – und das Craft Beer Kontor. Seitdem produzieren Gigla und Herold mit Erfolg die beiden Sorten TrainingsLager und Hafensänger – und das unter dem Motto „Mehr Malz, mehr Hopfen, mehr Leidenschaft – mehr Geschmack!“. Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.mashsee.de.

Die Mashsee Brauerei GmbH & Co. KG ist ein noch ganz junges Unternehmen. Was unterscheidet Sie von Großbrauereien und wie muss man sich sowohl die Herstellung von Bier als auch den Weg einer Sorte bis in den Handel in Ihrem Hause vorstellen?

Alexander Herold (Geschäftsführer): Bei uns gilt der Grundsatz: Klasse statt Masse. Daher brauen wir bisher auf einer selbstkonstruierten Mikrobrauanlage, mit der wir etwa 120 Liter Bier pro Sud herstellen können – alles selbstverständlich in Handarbeit. Alle unsere Biere entstehen an dieser Anlage. Dabei können wir uns ungeachtet der Kosten und Marketingvorgaben ganz auf das gewünschte Bier konzentrieren. In die Töpfe kommt, was Spaß macht. Das treibt uns an. Ob etablierte Bierstile mit aktuellen Geschmäckern zu kombinieren, alte Bierstile wieder zu beleben und neu zu interpretieren oder einfach mal völlig frei drauf los – all das ist in kleinem Maßstab möglich und nötig, um immer wieder neue Biere entwickeln zu können. Erst wenn uns ein Bier richtig überzeugt, brauen wir es genauso auf einer größeren Anlage im befreundeten Wiesener Brauhaus. Dabei sind wir zu jedem wichtigen Schritt vor Ort und produzieren unsere Biere weitestgehend in Eigenregie. Bei der Rohstoffauswahl kennen wir genauso wenig Kompromisse wie bei der Natürlichkeit unserer Biere. Wir entziehen ihnen keinerlei wertvolle Inhaltsstoffe durch Filtration oder Stabilisierung, wir pasteurisieren nicht und belassen unsere Biere so wie sie sind – lebendige Frischeprodukte.

Wohin genau liefern Sie Ihr Bier und welche Sorten produzieren Sie?

Die Produkte der Mashsee Brauerei sind bei Edeka Wucherpfennig erhältlich.Herold: Unseren Heimatmarkt Hannover und die Region beliefern wir selbst und halten so den direkten Kontakt zu unseren Kunden. Überregional sind wir vor allem in Berlin, Hamburg und Köln dank unserer Partner vor Ort vertreten. Vereinzelt findet man unsere Biere auch zwischen Kiel und München oder Dresden und dem Sauerland. In den kommenden Monaten werden wir unser Händlernetz in ganz Deutschland weiter ausbauen. Hinzu kommen erste Anfragen aus dem Ausland für den Export. Derzeit haben wir zwei Sorten fest im Sortiment. Unser TrainingsLager ist ein hopfenbetontes Lagerbier mit Anklängen von Mango und Maracuja. Dies erreichen wir durch die sogenannte Kalthopfung, bei der der Hopfen seine ätherischen Öle an das Bier abgibt, die das Bier geschmacklich beeinflussen. Die zweite Sorte ist der Hafensänger, ein Baltic Porter. Es zeichnet sich durch seine tiefschwarze Farbe und die karamellartigen Röstnoten aus. Zudem hatten wir saisonal bereits weitere Biere, wie das auf IPA-Basis mit Kakaobohnen eingebraute Xoco, im Sortiment. In Kürze wird es den Captain Blaubeer – einen Ableger des Hafensängers – geben, bei dem wir eine Hopfensorte verwenden, die an Blaubeeren erinnert.

Warum haben Sie sich für den Standort Hannover entschieden? Und wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie hier?

Herold: Wir sind beide gebürtige Niedersachsen. Kolja Gigla stammt aus der Region Gifhorn, ich bin Ur-Hannoveraner. Zudem gab es bereits während der Gründungsphase im Jahr 2013 in einigen Städten Mikrobrauereien. In Hannover waren wir die ersten, die eine Mikrobrauerei eröffnet haben. Ebenso waren wir mit einem reinen Bierspezialitäten-Handel in Hannover Pioniere. Wir haben aktuell einen festen Mitarbeiter. Für Veranstaltungen holen wir uns grundsätzlich Unterstützung dazu. Wir planen für den Produktionsbereich die Einstellung eines weiteren Angestellten.

Wie steht es um die Rohstoffe? Kommen die auch aus der Region?

Herold: Der Hopfen braucht beim Anbau ein sehr spezielles Klima, welches in unseren Breitengraden nicht vorhanden ist. Eines der größten Hopfenanbaugebiete befindet sich in der Hallertau in Bayern. Viele der Aromahopfensorten stammen aus den USA, da dort das Thema Craft Beer bereits seit Beginn der 1980er-Jahre voranschreitet und die Hopfenbauern sich bereits länger drauf eingestellt haben.

Neben der Brauerei umfasst Ihr Unternehmen auch einen Craft Beer Kontor. Was verbirgt sich hinter diesem Namen?

Herold: Im Craft Beer Kontor haben wir parallel zur Gründung unserer Brauerei die Vielfalt des Craft Beers mit zeitweise zirka 150 verschiedenen Sorten aus aller Welt nach Hannover gebracht. Künftig konzentrieren wir uns jedoch auf unsere Marke, kreieren weitere Sorten und intensivieren den Vertrieb unserer selbst produzierten Biere. Der Verkauf der Handelswaren inklusive unserer Biere im Craft Beer Kontor wird ab dem 1. Mai dieses Jahres von einem Nachfolger weitergeführt.

Welches Ihrer Produkte ist am beliebtesten und welche Ihrer Produkte findet man bei Wucherpfennig in Hannover?

Herold: Topseller ist unser TrainingsLager, welches neben dem Hafensänger und künftig dem Captain Blaubeer bei Edeka Wucherpfennig erhältlich ist.