Privatbrauerei Herrenhausen

Wenn die Rede von Hannoveraner Traditionsunternehmen ist, fällt neben einigen anderen Namen garantiert auch der der Privatbrauerei Herrenhausen. Der Grund liegt auf der Hand: Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1868 zurück. Damals wurde die Brauerei Wölffer & Wedekind Herrenhausen – und damit der Stammbetrieb – gegründet. Zehn Jahre später folgte die Umbenennung in Brauerei Herrenhausen F. Wölfer, 1880 in Aktiengesellschaft Vereinsbrauerei Herrenhausen. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. 1884 sicherte sich die Firma bei der Brauerei-Ausstellung in Hannover den ersten Preis mit dazugehöriger Medaille und die Brauerei wurde um einen Ausschank erweitert, dem später noch ein Biergarten folgen sollte. 1890 erwarb die Brauerei dann zwei firmeneigene Eisenbahnwaggons, mit denen fortan Bier zu den Kunden oder Rohstoffe zum Unternehmen transportiert werden konnten. Der erste Lkw folgte 1911. Interessant ist auch die Entwicklung des Bier-Ausstoßes: Lag der 1896 noch bei 40.000 Hektolitern, betrug er 1913, also rund 20 Jahre später, bereits mehr als 120.000 Hektoliter und hatte sich somit verdreifacht.

Neuerungen bei der Privatbrauerei Herrenhausen

Privatbrauerei_Herrenhausen04Die 1950er-Jahre waren dann gekennzeichnet von zahlreichen Neuerungen. 1952 standen der Bau einer Reservebrunnenanlage sowie der Kauf neuer Tanks an, zwei Jahre später führte die Privatbrauerei Herrenhausen die ersten Transportfässer aus Leichtmetall in Niedersachsen ein. 1956 folgte der Bau eines neuen Flaschenkellereigebäudes, 1958 eines modernen Verwaltungsbaus und eines weiteren Gärkellers, 1959 der eines Malzsilos, eins Kühlraumes für Hopfen und eines Labors. In den 1960ern expandierte man weiter, exportierte beispielsweise nach Übersee und ließ sich 1976 die Installation von Rollenzügen für die schnellste Be- und Entladung in ganz Deutschland patentieren. In den 1990ern gab es mit dem ersten fertig gemixten Alsterwasser Norddeutschlands (1994) und dem Icebeer (1997) echte Highlights. 2010 übernahm die Familie Schulz-Hausbrandt das Unternehmen, das sich in der Insolvenz befand, mehrheitlich und führte den Betrieb der Brauerei uneingeschränkt fort. Der Stil der Brauerei ist heutzutage modern, selbstbewusst, traditionsbewusst und gleichzeitig innovativ, was sich auch in den einzelnen Biersorten widerspiegelt, unter denen sich neben den Klassikern wie dem Premium Pilsener oder dem Spezial zudem ein Weizen vom Fass und das Hannoversche Festbier befinden. Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.herrenhaeuser.de.

Die Privatbrauerei Herrenhausen blickt auf eine mehr als 140-jährige Vergangenheit zurück. Erzählen Sie doch kurz einige Eckdaten zur Firma.

Julia Snow (Pressesprecherin): Die Firmen-Historie ist in der Tat lang. Mehr Fotos und Details zur Geschichte des Unternehmens finden alle interessierten Personen auf unserer Internetseite – alleine in den vergangenen fünf Jahren ist so viel passiert wie zum Beispiel das Ansteigen des Ausstoßes von zirka 90.000 auf fast 130.000 Hektoliter Bier jährlich.

Was unterscheidet Sie von Großbrauereien und welche Sorten Bier produzieren Sie? Toll für Interessierte ist ja auch, dass man bei Ihnen an einer Führung durch die Brauerei teilnehmen kann.

Snow: Wir sind ein handwerklich arbeitender Betrieb, kein Großkonzern. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir keine Kunststoffe bei der Filterung nutzen, die Verwendung von Naturhopfen und Wasser höchster Qualität, das traditionelle Brauverfahren in liegenden Tanks und noch einiges mehr. Unsere Qualitätsstandards sind detailliert auf unserer Webseite beschrieben und werden bei Führungen durch die Brauerei von unseren netten Brauerei-Führern auch ausführlich erläutert. Die Führungen sind in der Tat ein großer Hit, das unterstreichen rund 15.000 Besucher pro Jahr. Weitere Informationen zu Preisen und Buchungen sind übrigens auf unserer Webseite jederzeit verfügbar.

Ihr Unternehmen ist in der Region eine absolute Institution. Wohin genau liefern Sie Ihr Bier?

Snow: Wir beliefern die Stadt Hannover sowie das Umland – also ziemlich genau das politische Gebiet der Region Hannover. Verkauft wird unser Bier in Gastronomie und Hotels, bei Veranstaltungen sowie im Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkefachmärkten.

Trotz Ihrer Bekanntheit über die Stadtgrenzen hinaus sind Sie nach wie vor in Hannover beheimatet. Warum? Und wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?

Snow: Wir haben knapp mehr als 90 Mitarbeiter hier am Traditionsstandort in Herrenhausen. Die lokale Verbundenheit ist Tradition, Teil unseres Charakters und der Markenidentität. Eine Verlagerung von Aktivitäten würde keinen Sinn machen, das kommt für uns nicht infrage.

Stammen die Rohstoffe für Ihre Produkte ebenfalls aus der Region?

Privatbrauerei_Herrenhausen03Snow: Das können sie – bis auf das Wasser aus unserem Brunnen und die Hefe aus eigener Zucht – nicht, da die wirklich guten Anbaugebiete für Hopfen im sonnigen Süddeutschland liegen und auch Mälzereien ihre Braugerste deutschlandweit einkaufen. Aber das Wasser – wenn es denn so gut wie unseres ist – hat natürlich einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität und den Geschmack eines jeden Bieres. Daher können wir schon sagen, dass die Einzigartigkeit der Herrenhäuser Biere seinen Ursprung im hochwertigen Wasser unseres eigenen Brunnens in Herrenhausen hat.

Welches Ihrer Produkte ist das beliebteste und welche Ihrer Produkte finden die Kunden bei Edeka Wucherpfennig in Hannover?

Snow: Im Sommer ist das Icebeer im Sechserträger ein Renner, momentan entdecken offensichtlich viele Fans ihre Vorliebe für unser Weizen. Das Herrenhäuser Pilsener ist aber unser bestverkauftes Produkt. Edeka Wucherpfennig bietet – bis auf die beiden Festsaison-Produkte Lütje Lagen und Festbier – unser gesamtes Sortiment an.