Lebensmittel

Obst & Gemüse richtig einkochen

Sommerzeit – Einkochzeit! Durch Einkochen lässt sich die geschmackliche Vielfalt des Sommers problemlos konservieren. Dabei sind kulinarischen Finessen eigentlich kaum Grenzen gesetzt. Wir verraten Ihnen, worauf es bei diesem Do-it-Yourself-Trend ankommt.

eingekochtes obst und gemuese in dekorativen glaesern

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Lange Jahre galt diese Methode, Lebensmittel haltbar zu machen, als extrem altmodisch, doch inzwischen hat sie sich zu einem echten Trend gemausert. Denn hier ist garantiert nur das im Glas, was man selbst hinein getan hat. Ideal also für Menschen, die Wert auf gesunde, möglichst naturbelassene Lebensmittel legen. Doch dieser Lifestyle-Trend kann noch viel mehr, denn Einkochen ist auch perfekt für Kochkünstler, die ihre kreativen Ideen ausleben wollen.

Was bedeutet eigentlich Einkochen?

Beim Einkochen (auch als Einwecken bekannt) wird Einkochgut in ein spezielles Glas gefüllt, das im Wasserbad erhitzt wird. Beim Kochen dehnen sich Luft und Wasserdampf im Glas aus, sodass ein Überdruck entsteht. Beim späteren Abkühlen zieht sich alles wieder zusammen und so entsteht ein Vakuum im Glas.

Im Gegensatz dazu werden beim Einmachen bereits gekochte Lebensmittel in ein Glas gefüllt, das dann verschlossen wird. Marmelade wird z.B. eingemacht, hier begünstigt der Gelierzucker die Haltbarkeit.

Beim Einlegen kommen Früchte, Kräuter und Gemüse in Gläser mit vorbereitetem Essigsud, ein Klassiker sind beispielsweise süß-sauer eingelegte Gurken. Aber auch knackige Radieschen oder Kürbis schmecken eingelegt wunderbar.

eingelegter kuerbis in einmachglaesern

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Was lässt sich alles einkochen?

Eigentlich fast alles! Am besten eignen sich hierfür frisches Obst und Gemüse, wobei darauf geachtet werden sollte, dass diese auch nach längerem Erhitzen noch appetitlich aussehen. Aber auch ganze Gerichte können eingekocht und dadurch haltbar gemacht werden – Suppen, Fleisch, Wurst sowie Aufläufe. Selbst Kuchen und Brot lassen sich so konservieren. Lediglich für Milchprodukte ist diese Methode eher ungeeignet.

Toll ist Einkochen auch dann, wenn man etwa größere Mengen an Sauce hat und diese für das nächste leckere Essen aufbewahren will – ob das nun selbstgemachter Ketchup, eine würzige BBQ-Sauce für die nächste Grill-Party, Relish oder ein scharfes Kürbis-Chutney ist.Auch selbstgemachtes Rucola-Pesto oder Pesto-Genovese lässt sich übrigens einkochen.

Wieso ist Eingekochtes so lange haltbar?

Der Grund ist simpel: Das Einkochgut wird bei dieser Methode äußerst effektiv vor Keimen geschützt. Zum einen werden die Einmachgläser vor dem Befüllen mit kochendem Wasser sterilisiert, zum anderen werden beim Einkochprozess Mikroorganismen abgetötet. Durch das entstandene Vakuum gelangen bei der Lagerung  zudem keine Bakterien oder Pilzsporen an die Lebensmittel.

glaeser mit eingekochter tomatensauce

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So klappt es: Einkoch-Methoden

Ein spezieller Einkochtopf (Konvektomat) ist mit einem Thermometer sowie einem speziellen Rost ausgestattet. Damit wird sichergestellt, dass der Glasinhalt im Wasser optimal erhitzt wird.

Wer das Einkochen erst einmal ausprobieren will, kann einen normalen, großen Kochtopf oder einen Dampfgarer nutzen. Sogar der Backofen ist eine Option. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Gläser im Wasserbad stehen, z.B. in der Fettpfanne.

Das A & O: Die richtigen Gläser zum Einkochen

Entscheidend beim Einmachen sind natürlich die Gläser. Der Klassiker sind die bekannten Weck-Gläser mit dem dicken Gummiring. Dieser sorgt dafür, dass beim Kochen der Dampf entweichen kann.

Besonders beliebt für Marmelade sind dagegen Twist-Off-Gläser. Dank des Schraubdeckels lassen sie sich immer wieder leicht verschließen. Auch hier ist im Deckel eine Dichtung enthalten.

birnen, sirup und zimtstange in offenem einmachglas

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Beeindruckend lang: die Haltbarkeit

Entscheidend sind hier Einkochzeit und -temperatur. Liegt letztere über 100 Grad Celsius, so büßen Obst und Gemüse Vitamine und Nährstoffe ein, sind aber tendenziell unbegrenzt genießbar. Bei 60-90 Grad sind es zumindest noch mehrere Monate bis zu einem Jahr.

Fehler vermeiden: So ist es richtig!

Wer lange Freude an seinem Einkochgut haben möchte, sollte Folgendes beherzigen:

  • Auf Sauberkeit achten! Gläser, Deckel und Gummis möglichst immer abkochen.
  • Im Glas sollte ein Finger breit Luft gelassen werden.
  • Im Einkochtopf die Gläser etwa zu drei Vierteln mit Wasser bedecken, sie sollten sich möglichst nicht berühren.
  • Die richtige Einkochtemperatur sowie -dauer sind entscheidend. Eiweißreichere Lebensmittel brauchen generell höhere Temperaturen.

Und nun viel Spaß beim Ausprobieren!