Lebensmittel

Urgetreide

Zurück zum Ursprung mit Urgetreide. Alte Sorten, die sich nicht in der modernen Landwirtschaft durchsetzen konnten, werden nach und nach wiederentdeckt. Hier erfahren Sie, was Urgetreide alles kann und was es mit diesem Trend auf sich hat.

Verschiedene Getreidesorten

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Immer mehr Menschen achten auf ihre Ernährung und wählen ganz speziell aus, was auf den Teller kommt. Aus diesem neuen Zeitgeist haben sich unterschiedlichste Ernährungsformen gebildet. Ob Paleo-Ernährung oder Low-Carb, immer neuere Foodtrends erobern die Herzen ernährungsbewusster Menschen. Besonders Pseudogetreide-Sorten wie Quinoa, Amaranth und Buchweizen sind zu Superfoods befördert worden. Gleichzeitig bekommen alte Getreidesorten wieder mehr Aufmerksamkeit. Die Rede ist von Urgetreide. Urgetreide-Sorten können eine wunderbare Ergänzung in der modernen Küche sein und lassen sich hervorragend integrieren. EDEKA Wucherpfennig hat Ihnen alle wichtigen Infos zum Thema Urgetreide in diesem Beitrag zusammengefasst.

Einkorn

Wie der Name schon vermuten lässt, wächst pro Ährenabsatz nur ein Korn. Einkorn zeichnet sich durch seine goldgelbe Farbe sowie durch seine weichen Körner aus. Besonders an diesem Urgetreide ist der hohe Gehalt an Lutein, einem Stoff, der nur über die Nahrung aufgenommen werden kann und die Augen schützt. Einkorn gibt es in verschiedensten Ausführungen: Brot, Brötchen oder Mehl. Wer gerne mal etwas Neues ausprobieren möchte, der kann Einkorn einfach wie Reis kochen. Das Ergebnis hat eine schöne, gelbliche Farbe und geschmacklich ist Einkorn einzigartig nussig.

Emmer (Zweikorn)

Bei Emmer handelt es sich um einen echten Oldtimer unter den Getreidesorten. Seit über 10.000 Jahren wird Emmer, auch als Zweikorn bezeichnet, angebaut. Emmer gehört zu den Spelzgetreidesorten. Das bedeutet, dass die Körner durch einen festen Spelz geschützt werden. Gleichzeitig erfordert das eine aufwendigere Verarbeitung, da das eigentliche Korn zunächst vom Spelz befreit werden muss. Der Spelz sorgt dafür, dass die Körner gut geschützt sind und eine längere Haltbarkeit aufweisen, als Getreidesorten ohne Spelz. Emmer hat ein feines, würziges Aroma und ist zusätzlich dunkler als andere Getreidesorten. Gebäck aus Emmer herzustellen, erfordert eine spezielle Rezeptur, denn das Getreide hat weniger gute Klebeeigenschaften als beispielsweise Weizen. Emmer lässt sich gut als Risotto verarbeiten und ist Grundlage für ausgewählte Biersorten.

Khorasan-Weizen

Khorasan-Weizen ist eine Kreuzung zwischen einer Weizen-Wildform und Hartweizen. Er zählt neben Emmer und Einkorn zu den ältesten Getreidesorten, die heute noch angebaut werden. Khorasan-Weizen ist nicht besonders bekannt, wird aber immer häufiger verwendet. Beispielsweise in Nudeln und Backwaren. Ebenso wie normaler Weizen kann aus Khorasan-Weizen Mehl hergestellt werden, das sich für die Verarbeitung von Pfannkuchen oder Waffeln eignet.

Dinkel

Dinkel gehört schon zu den bekannteren Urgetreidesorten. Viele Backwaren sind mittlerweile mit Dinkel erhältlich. Ob Brot und Brötchen, aber auch Pasta und Kuchen. Dinkel hat sich bereits in vielen Küchen fest etabliert. Im Gegensatz zu anderen Urgetreidearten, ist Dinkel einfach handhabbar. Hier braucht es keine spezielle Rezeptur, um ein gutes Brot oder Brötchen zu backen. Im Prinzip lässt sich Dinkelmehl wie normales Weizenmehl verwenden. Schon vor der Reife geerntete Dinkelkörner nennt man Grünkern. Sie werden entweder gedarrt oder geröstet und eignen sich für Bratlinge, Aufläufe oder Risotto.

Hirse

Hirse dient als perfekte Alternative für Menschen mit Zöliakie (Glutenunverträglichkeit). Dieses vielfältige Getreide lässt sich als Süßspeise, beispielsweise als Brei, aber auch gekocht als Beilage servieren. Hirse ist reich an vielen Nähr- und Mineralstoffen, wie Eisen, Magnesium und Silizium (Kieselsäure). Anders als andere Getreidesorten geht Hirse beim Backen nicht auf. Bekannt sind Hirse-Fladen, die zu den Hauptgerichten der äthiopischen Küche zählen.

Ur-Roggen

Aus dem Ur-Roggen ist der heutige „normale“ Roggen hervorgegangen. Dieses alte Getreide wurde schon von knapp 7.000 Jahren von unseren Vorfahren angebaut. Ähnlich wie andere Getreidesorten hat Ur-Roggen einen geringeren Ertrag als gezüchtete Sorten. Der große Bruder des Roggens hat kleinere Körner, gedeiht aber ohne große Ansprüche. Wie bei Roggen auch dient für die Verarbeitung zu Brot ein Sauerteig. Ur-Roggen bietet einen nussigen und vor allem süßeren Geschmack. Er wird gerne zu Lebkuchen oder anderen Süßgebäcken verarbeitet.

Mineralstoffe und Vitamine im Urgetreide

Getreideähren

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Im Vergleich mit Weizen haben alle Urgetriede-Sorten eine ähnliche Basis an Nährstoffen und Vitaminen. Allerdings stechen einige Sorten besonders hervor. Klarer Gewinner beim Thema Folsäure bleibt Weizen. Der Vitamin-B6-Gehalt ist in Hirse fast doppelt so hoch wie in Weizen. Beim Thema Vitamin E hat Emmer die Nase mit 3,44mg vorn. Dinkel überzeugt durch einen hohen Gehalt von Zink (3,7mg), Magnesium (135mg) und Eiweiß (17g). Für Vegetarier und Veganer eignet sich Hirse hervorragend, um den Eisenhaushalt positiv zu beeinflussen. In 100g Hirse stecken rund 6,9mg Eisen. Damit haben Frauen schon fast 50 Prozent ihres täglichen Eisenbedarfs gedeckt. In Sachen Kalzium (51mg), Kalium (421mg) und Fett (2,7mg) hat Emmer die höchsten Werte. Wenn es um Ballaststoffe geht, kann das normale Weizen mit 13,3g die anderen Getreidesorten in den Schatten stellen. Übrigens: Bis auf Hirse enthalten alle Urgetreidesorten Gluten und eignen sich daher nicht zur Verwendung bei einer Unverträglichkeit.

Die Mischung macht’s

Getreidefeld

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Urgetreidesorten sind nicht unbedingt besser als gezüchtete Getreidesorten. Sie bieten allerdings eine willkommene Abwechslung in den Bereichen Geschmack und Nährstoffe. Wer sich gesund und bewusst ernähren möchte, dem empfiehlt sich ein guter Mix aus dem großen Angebot an Getreidesorten.